Segler-Tipps 2017-11-20T17:40:56+01:00

Segler-Tipps

Einwintern – Wie bekommt man sein Boot durch den Winter?

Checkliste – So gelingt das Einwintern ohne Schäden:

  • Trailer überprüfen
    • TÜV vorhanden, ggf. erneuern
    • Lichtleiste und Anschlüsse überprüfen
    • elektrische Anlage mit Kontakspray einsprühen.
    • Achsen und Radlager auf Spiel oder sonstige Defekt überprüfen, Radlager einfetten
    • Bremsanlage auf Funktion und Defekte überprüfen
    • Anhängemaul und Stützrad auf Funktion und Beschädigung überprüfen
    • Stützrad ölen
    • Anhängemaul fetten
  • Kranen: Bootsrumpf am besten mit einem Hochdruckreiniger reinigen und Schmutz und Bewuchs entfernen.
  • Außenhaut reinigen, die Farbe ausbessern
  • Boot entrümpelt (Polster, Betten usw. aus Koje räumen, Backs- und Verpflegungskiste leeren, Frostempfindliches von Bord)
  • Bootsinnenraum komplett reinigen inklusive Bilge
  • Batterie ausbauen und frostfrei lagern
  • Boot gut belüftet und trocken abstellen oder mit Winterplane abdecken
  • mehrmals in den Wintermonaten kontrollieren, gerade wenn man im Freien überwintert

Man sollte sein Boot nach dem Einwintern im Herbst mehrere Male kontrollieren, sonst könnte folgendes passieren:

Ungeschützt durch den Winter

Dieser Bootseigener hat eine Winterplane über die Bootsreeling gespannt und über die Wintermonate nicht kontrolliert.

Segler Tipps - Einwintern

Es hat sich Schnee und Eis in den Kuhlen gesammelt und zieht die Plane aufs Deck. Es entstehen Lücken und das Boot ist ungeschützt. Außerdem scheuern die gespannten Leinen nun am Lateralplan.

Das Ruderblatt friert ein

Über das Ruderblatt hat der Bootseigner eine Plastiktüte gestülpt und mit Paketklebeband am Heck fixiert.

Segler Tipps - Einwintern

Der Eigner hatte es wohl sehr eilig, denn die Klebebandrolle hängt noch am Heck. Trotz der interessanten Einwickeltechnik hat sich Wasser in der Plastiktüte gesammelt und ist bei Minustemperaturen gefroren.

Schäden durch Belastung

Die Boote dieser Segler standen wohl schon im Herbst nicht ganz gerade. Im Winter ist Schnee gefallen und durch die Schneelast am Heck sind die Boote nach hinten gekippt.

Segler Tipps - Einwintern

Die Eigner werden im Frühjahr böse überrascht werden. Beide Boote sitzen auf dem Ruderblatt auf. Die Ruderblätter müssen repariert werden, denn sie sind durch das Aufsitzen auf dem Boden schwer beschädigt worden.

Regatta-Tipps für Anfänger

Wer das erste Mal an einer Regatta teilnimmt, wird erstaunt sein, was so manch ein eingefleischter Regattasegler an Aufwand und Vorbereitung für eine Regatta trifft. Damit ihr euch schnell mit dem Regattasegeln auskennt und bald selber an einer starten könnt, haben wir hier ein paar Informationen und Tipps für euch zusammengefasst.

Regatta am Starnberger See

Was ist eine Regatta?

Eine Regatta ist ein Wettkampf, unterteilt in ein oder mehrere Wettfahrten, die auf einem vorher durch Bojen abgesteckten Kurs auf dem Wasser, zwischen gleichen Bootstypen (Klassenregatta) oder unterschiedlichen Bootstypen (Yardstickregatta) ausgetragen werden.

Dauer einer Regatta

Die Dauer einer Regatta variiert zwischen ein paar Stunden, Tagen bis hin zu Monaten bei international ausgetragenen Regatten.

Bei Klassenregatten am Starnberger See, bei der nur Boote vom gleichen Typ starten (z.B. Kielzugvogelregatta), erstreckt sich diese über zwei Tage am Wochenende. Eine Yardstickregatta, wie z.B. die Mittwochsregatta, dauert je nach Windverhältnissen nur ca. 2-3 Stunden.

Wie läuft ein Dreieckskurs ab?

Im Bild ist ein Dreieckskurs abgebildet, der früher für fast alle Regatten abgesteckt wurde. Heute fahren diesen Kurs meistens nur Boote, die keinen Spinnaker haben.

Die Boje Nr.3 und das Startschiff bilden zusammen die Startlinie. Diese sollte im 90° Grad Winkel zur Windrichtung ausgelegt sein.

Die Boje Nr.1 liegt direkt in Windrichtung von der Startlinie, sodass die Boote zu dieser  Boje kreuzen müssen.

Die Boje Nr.2 ist zu den beiden anderen Bojen an der Spitze des Dreiecks positioniert. Der Abstand der Bojen ist abhängig von der Bootsklasse und dem Revier.

Für eine Wettfahrt werden die Bojen meistens mehrfach gerundet.

Aber Vorsicht, zwischen den Dreieckskursen wird jeweils einmal die Boje Nr.2 ausgelassen.

Die Wettfahrt verläuft dann wie im Bild zu sehen ist, wie folgt:

Start zur Boje 1 – zur Boje 2 – zur Boje 3 – zur Boje 1- zur Boje 3 – zur Boje 1 – zu Boje 2- zur Boje 3 – ins Ziel

oder kurz 1-2-3 / 1-3 / 1-2-3 / Ziel

Die Ziellinie wird aus der Boje 1 und dem Startschiff gebildet, das während der Regatta zur Boje 1 fährt und dort ankert.

Regatta Tipps für Anfänger - Dreieckskurs
Jugendregatta

Bei den Bojen des SCWs handelt es sich um gelbe aufblasbare Plastikzylinder, die bei Regatten verwendet werden.

Bei anderen Vereinen werden auch rote oder orange Bojen verwendet. Deshalb solltet ihr euch immer erkundigen, welche Bojenfarbe der entsprechende Verein für die auszutragende Regatta benutzt. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man um die falschen Bojen segelt.

Der Up-and-Down-Kurs

Ein weiterer sehr beliebter Kurs ist der Up-and-Down-Kurs. Er wird beim America’s Cup sowie bei den meisten Jollen- und Kielbootklassen mit Spinnaker gesegelt.

Die Boje Nr.3 und das Startschiff bilden zusammen die Startlinie. Diese sollte im 90° Grad Winkel zur Windrichtung ausgelegt sein.

Die Boje Nr.1 liegt direkt in Windrichtung von der Startlinie, sodass die Boote zu dieser Boje kreuzen müssen.

Nach ein paar Metern liegt die Boje 2, die sogenannte Ablauftonne, um das Regattafeld etwas zu entzerren.

Die Boje 3 wird hier mit einer weiteren Boje als Bojentor ausgelegt. Die Boote müssen durch dieses Bojentor hindurch segeln. Welche der Boje sie runden, bleibt ihnen überlassen.

Der Abstand der Bojen ist abhängig von der Bootsklasse und dem Revier.

Für eine Wettfahrt werden die Bojen meistens mehrfach gerundet.

Die Wettfahrt verläuft dann wie im nebebstehenden Bild zu sehen ist, wie folgt:

Start zur Boje 1 – zur Boje 2 – durch das Tor z.B. um die linke Boje 3 – zur Boje 1- zur Boje 2 – durch das Tor hier im Bild um die rechte Boje 3 und  – ins Ziel

oder kurz 1-2-3 / 1-2-3 / Ziel

Die Ziellinie wird aus einer weiteren Boje und dem Startschiff gebildet, das während der Regatta etwas Richtung Boje 1 fährt und dort ankert.

Regatta Tipps für Anfänger - Up and Down Kurs

Wettfahrten

Spricht man von einer Regatta, beispielsweise der Frühjahrsregatta kann diese aus einer oder mehreren Wettfahrten bestehen. Wird die Regatta auf zwei Tage verteilt werden meist vier bis fünf Wettfahrten für eine Regatta gewertet. D.h. einer der oben beschriebenen Kurse wird ausgesteckt und vier bis fünf mal gestartet. Bei jeder Wettfahrt werden die Einzelergebnisse notiert und am Ende nach einem vorgeschriebenen Verfahren zusammengefasst und der Gewinner ermittelt.

Regatta Tipps für Anfänger - Korsare
Regatta Tipps für Anfänger - Regattafeld

Wettfahrtregeln

Bei Regatten müssen die Wettfahrtregeln der ISAF beachtet werden:

Hier nur einige in der Kurzfassung:

  • Durch das Melden gelten die Regeln.
  • Allen in Gefahr befindlichen Personen oder Booten muß man Hilfe leisten.
  • Jeder Segler entscheidet selbst, ob er startet oder nicht, und ob er die Wettfahrt fortsetzt.
  • Jeder Segler ist selbst verantwortlich für das Tragen seiner Schwimmweste.
  • Jeder Segeler muss die Regeln für sportliche Fairness einhalten.
  • Jeder muss eine Berührung mit einem anderen Boot vermeiden. Zunächst muss das ausweichpflichtige Boot ausweichen, das Wegerechtboot nur, um Schaden zu vermeiden.
  • Wer ein Boot behindert hat, muss sich freisegeln und zwei Kringel (720°) drehen.
  • Begegnen sich Boote mit Wind von der entgegengesetzter Seite, muss sich das Boot mit Wind von Backbord von dem Boot mit Wind von Steuerbord freihalten
  • Haben die Boote den Wind von gleicher Seite mit Überlappung, muss sich das Luvboot vom Leeboot freihalten.
  • Haben die Boote den Wind von gleicher Seite ohne Überlappung, muss sich das Boot klar achteraus vom Boot klar voraus  freihalten.
  • Bahnmarken darf man nicht berühren.
  • Wer eine Bahnmarke berührt, muss sich freisegeln und einen Kringel (360°) drehen.
  • Nähern sich Boote nach dem Start einer Bahnmarke oder einem anderen Gegenstand, den sie nicht berühren dürfen, muss das äußere Boot dem inneren Boot ausreichend Platz lassen, damit es das Hindernis sicher auf derselben Seite passieren kann.
    Diese Regel gilt allerdings nicht, wenn die Boote mit Wind von entgegengesetzter Seite zu einer Luv-Bahnmarke kommen.

    • Begegnet man einem ausweichpflichtigen Boot, darf man seinen Kurs nur so ändern, dass dieses Boot weiterhin die Möglichkeit hat, auszuweichen.
    • beim Startsignal muss jedes Boot hinter der Startlinie sein.
    • Nach dem Startsignal muss der vom Veranstalter vorgeschriebene Kurs abgesegelt werden.

Tagesablauf einer Regatta

Hier eine kurze Zusammenfassung, wie ein Regattatag aus der Sicht eines Seglers ablaufen kann:

  • Gut Frühstücken (bei langen Regatten Proviant und Getränke mitnehmen, denn der Körper braucht viel Energie beim Segeln)
  • Informationen einholen (Wind- und Wettervorhersage)
  • Melden
  • sich umziehen (lieber zu warm angezogen sein und schwitzen als zu wenig anhaben und frieren)
  • Auslaufen (frühzeitig auslaufen, damit man sich noch Einsegeln kann)
  • Einsegeln (Wie ist der Wind? Wellen? Gibt es Strömung? Lage der Startlinie und erster Tonne erkunden, etc.)
  • Start mehrerer Wettfahrten

Der Start einer Regatta wird meist unterschätzt. Hier entscheidet es sich bereits, wer einen guten Start vorlegt, sich ein paar Bootslängen Puffer sichern kann und den anderen davon segeln wird.

Damit ihr den Start nicht verschlaft, hier eine Grafik über den Startablauf einer Yardstick Regatta des SCWs: Startablaufgrafik

  • Ende der Wettfahrt
  • Ab in den Hafen
  • Boot abbauen
  • Umziehen
  • Abendessen und Siegerehrung
Regatta Tipps für Anfänger - Regattastart